
seh-tank
cinema subversif
clubraum - Samstag, 22:00
Der SEH-TANK hat sich im letzten halben Jahr mal wieder gut und gern und selten ohne Spass an Orten audiovisueller Genüsse herumgetrieben, z.B. Filmfestival Tampere (FIN), Kurzfilmfestival Hamburg oder VIDEOEX in Zürich und von dort allerlei Perlen mitgebracht, die er allesamt in ein kleines programmatisches Schatzkistchen gepackt hat.
Programm u.a. mit:
Planet A, von Momoko Seto, F 2008, 07:40 min., Sprache: o. Dialog
Eine beängstigende, aber seltsam spielerische Welt aus kristallinen Salzformationen. Salz und Wasser schaffen dabei einen surrealen Raum und verweisen gleichzeitig auf das Szenario einer möglicherweise unumkehrbaren Realität. Der Kontrast zur lieblichen Schusssequenz blühender Baumwolle könnte Hoffnung bedeuten aber auch Täuschung.
Komisch im Privatvergnügen driftendes Kellerkind der Kunst, von Ariane Andereggen, CH 2008, 28:21 min., Sprache: dt. / dialekt
Leichen liegen bekanntlich im Keller. Von genau dort plärrt das Kellerkind auf uns ein, dass es eine wahre Freude ist. Ganz dem Post-Punk verpflichtet, wettert es, laut, dreckig und politisch unkorrekt, benennt so manche der zeitgenössischen Irrungen, mit besonderer Beachtung der Hoch-, Pop-, Sub-, Spass-Kultur. Andereggen zieht einmal mehr wortgewandt und mit humorvollem Scharfsinn ins Videokunst
-Schlachtfeld: Diesmal kombiniert sie die eigene Performance mit gefundenen und inszenierten Bildern.
Formal and informal mechanism Vol. 5: a³, von Marco Bowald & Jean-Claude Campell, CH 2008, 02:45 min., Sprache: o. Dialog
Ein Film über den möglichen kausalen Zusammenhang zwischen Blumen giessen, würfeln, Rubik's-Cube lösen, ein verstopftes Klo reparieren, Drogen nehmen, Eckstösse treten und überhaupt. Oder auch nicht.
Alter Ego, von Luc Gut, CH 2008, 02:02 min., Sprache: dt.
«Ist dies Video ein Versuch von mir, mich selbst zu verwirklichen?» Ein kleines Experiment zu einfachen Mitteln digitaler Manipulation und deren Auswirkungen auf die Aussagen eines Videofilms.
Vantaa, von Erkka Nissinen, FIN 2008, 08:00 min., Sprache: engl.
Paul McCarthy trifft Teletubbies. Eine absurde Inszenierung über so etwas Ernsthaftes wie moderne Komponisten. Verkleidete Figuren in digitalen Landschaften, etwa Schönberg als grotesker Zwerg auf der Suche nach seinem Joghurt, Verwechslungen von einem verloren gegangene Xylophon mit einem Penis, einem Abwaschschwamm und Chinakohl. Karlheinz Stockhausen hat einen Löffel geklaut und wirft, als Sphinx verkleidet, Kartoffeln um sich. Sein legendärer Grössenwahn dient selbstverständlich mehrmals als Pointe.
Wrong, von Mika J. Ripatti, FIN 2008, 07:00 min., Sprache: engl.
«There's nothing wrong with you, it's just me…» ist der entwaffnende erste Satz in diesem Film. Eine Frau hält ihrem Ehemann in monotoner, gleichgültiger Stimme seine Unzulänglichkeiten vor. Das beginnt beim aufgeklappten Toilettensitz und wird laufend ergänzt, bis zum Vorwurf seiner Unfähigkeit im Bett. Kaleidoskopartige Bilder der Erinnerung und der Redundanz des Alltags lassen daran zweifeln, ob an dieser Beziehung noch etwas zu retten ist. Ob der Ehemann wirklich bestrebt ist, etwas daran zu ändern, wenn er in unmotiviertem, emotionslosem Ton antwortet: «Please stay…»?
Schauer, von Vera Kovac, CH 2008, 02:45 min., Sprache: o. Dial.
Eine Frau unter der Dusche. Unscharfe, dogmatische Wackelbilder zitieren die furcheinflössende Spannung der berühmten Szene von Alfred Hitchcock. Das Wasser spritzt aus dem Duschkopf, rinnt den Frauenkörper entlang und verschwindet in den abstrakten Niederungen der Abwasserleitung.
S, von Yuri A, CH 2008, 12:00 min., Sprache: engl.
Für die Rehabilitation aller Exkremente! Vom gepressten Rülpser, der über allerlei Ausdünstungen bis zum Urin, der vielgestaltigen Kacke und die, sowieso in Energiefragen stark unterschätzten, ja ignorierten Fürze. Warum aber hat sich in unseren Breitengraden eine gewisse hierarchische Ordnung der Organe etabliert? Yuri A entwickelt in ihrer bunt graphischen Feldstudie ernsthaft schmunzelnde Antworten und zeigt auf, was uns bei einer weiteren Diskriminierung so alles entgeht.
Don’t Smoke, von Kyros Kikos, GR/CH 2008, 2:45 min., Sprache: dt. m. engl. UT
„Rauchen ist ungesund, es macht dich krank und du stinkst aus dem Mund, drum rät man dir: lass das sein. Ausserdem tötest du passivrauchende Kinder dazu, du bist ja so ein mieses Schwein, ja so gemein“
